Meine Distanzierung

In Österreich ist man mal wieder darum bemüht, sich vom Nationalsozialismus zu “distanzieren”. Dieses Wort ist so grauslich, wie verräterisch: Wer sich distanziert, lehnt nicht ab. Man nimmt nur ein wenig Abstand bis sich die Aufregung (oder der Weltkrieg) gelegt hat. Ich sage nicht, dass die meisten Österreicher ideologische Nazis sind, aber diese Ignoranz gegenüber dem Gräuel des Nationalsozialismus an sich ist nicht minder gefährlich. Eine Ignoranz, die geboren ist aus Sturheit, satter Selbstzufriedenheit und Dummheit. Ja, unglaublicher Dummheit. Der Österreicher fühlt sich schlau, wenn er Banalitäten wie „war ja nicht alles schlecht unterm Hitler“ von sich gibt, aber die Erkenntnis, ja sei es nur ein Gefühl über das Wesen des Nationalsozialismus und über die Bedeutung seiner eigenen Einstellung dazu fehlt im völlig. Und wirft man ihm das vor wird er trotzig und fühlt sich missverstanden. Eine Republik der depperten Rotzbuam.

Diese unsägliche, Politik, Kultur, den Alltag des Landes bestimmende Dummheit, war einer der Hauptgründe, wieso ich Österreich verließ, wieso ich eine Distanz von 1500km brauche. Ich bin nicht so naiv zu glauben, in anderen Ländern wären die Menschen so viel schlauer.

Aber zumindest verstehe ich die Dummheit dort nicht gar so gut.