Bio

Gregor Fröhlich…

Gregor Fröhlich ist auch schon 30 und hat es nicht so ganz geschafft. Trotz guter Voraussetzungen, aufgewachsen im schönen und friedlichen Baden, Schule bis zur Matura ohne Probleme absolviert, wollte danach nichts mehr so richtig gelingen, seien es Studien, Beziehungen, das mit dem Geld verdienen oder mit 27 zu sterben. Und selbst die lang gehegte Eigendefinition, nicht zur Masse zu gehören, entpuppte sich als unzutreffend. Eigentlich ist sein Leben auch nur die allgemeine Geschichte der letzten zwanzig Jahre: Aus den besten Chancen zu wenig gemacht. Oder: In meinem Leben reicht’s im Grunde nicht einmal für Tragik.

So ist es wenig überraschend, dass sich Gregor Fröhlich mit der Kunst des Scheiterns beschäftigt. Und da schließlich auch er irgendwas tun muss, verbreitet er mit der Krisenstimmung nun seine Gedanken in verschiedensten Formen und versucht den Umstand, zwar keine eindeutige Begabung, aber von vielem eine Ahnung zu haben, zu verwerten. Das Ergebnis schwebt irgendwo zwischen Kabarett, Lesung und hochpolitischer Performancekunst (so was Postmodernes halt), verbunden mit einem expliziten Bildungsauftrag. Also ich möchte schon, dass die Leute, wenn sie mir zuhören, zumindest irgendwann einmal sagen “Aja”. Im besten Fall starten sie eine Revolution. Oder werfen was in den Hut.

Sich selbst bezeichnet Gregor Fröhlich als “Erzählender”. Ich schreibe Texte, aber am liebsten hab ich es, wenn ich sie vor Menschen erzählen oder gegebenenfalls singen kann. Denn ich rede gern über das, was ich gerade erzählt oder gesungen habe. Große Karrierepläne hat er keine, nur einen Wunsch: Wenn die Hoffnung zuletzt stirbt, würde ich gerne die Grabrede halten.

… und die Krisenstimmung

Mein Name ist Gregor Fröhlich und das ist die Krisenstimmung, die ist halt… da. (Protestsongcontest im Rabenhof, 12.02.2012)

Die Krisenstimmung ist Name, Programm und unklar definierter Personenkreis. Das Wort bietet einfach einen zu guten Kontrapost zum Namen Fröhlich, um nicht unterhaltungsindustriell verwertet zu werden. Als Gregor Fröhlich Ende 2011 das Liedchen Rate Me geschrieben hatte, war ihm gleich klar, unter welchem Namen er es einschicken würde und als er zur selben Zeit von einem vertrauensseligen Badener Wirten das Angebot bekam, einmal im Monat in seinem Lokal nach persönlichem Gutdünken einen Abend zu gestalten, war klar: Gregor Fröhlich tritt mit der Krisenstimmung auf.

Gregor Fröhlich unterhält zur Krisenstimmung eine modern-reife Partnerschaft: Sie ist nicht immer da, aber er beschäftigt sich gern mit ihr. Ganz persönlich und ganz allgemein. Individualität spielt ja heute so eine große Rolle und ich glaube, dass die individuelle Unzufriedenheit ganz massiv auf die allgemeine Stimmung wirkt und umgekehrt. Ein privat desillusionierter Manager wird die Wirtschaft nicht ankurbeln und andererseits, wenn du das Leben an sich schon beschissen findest, wird die Liebe deines Lebens auch nicht erfreulicher sein. Das ist so ein Teufelskreis, aber mit einem völlig apathischen Satan.

Aber was ist jetzt diese Krisenstimmung?

Es geht uns nicht wirklich schlecht aber es geht uns auch nicht wirklich gut. Und genau darum geht es. Um dieses nicht wirklich. Es ist eine nicht wirkliche Zeit. Wir sind nicht wirklich zufrieden, nicht wirklich verliebt, nicht wirklich zusammen. Und was das ist, dieses nicht wirklich, das versuche ich zu benennen.

 Zu guter Letzt ist die Krisenstimmung auch Sammelbegriff für die Personen, die Gregor Fröhlich ihre Unterstützung für diverse Unterfangen geben. Es ist so, dass ich bestimmte Dinge nicht kann, was seine Vorteile hat, weil ich dadurch auf andere Menschen angewiesen bin. Und es ist eigentlich gar nicht so schlecht, auf andere Menschen angewiesen zu sein.
So hat schon ein illustrer Haufen Leute in der Krisenstimmung mitgewirkt, auf der musikalischen Seite sind da vor allem der pauT und elli Krenn zu nennen, die Zeichen der Krise werden von Aida Jakubovic eingefangen (http://www.bluecanvas.com/aida).

Das Wappentier der Krisenstimmung ist schließlich Anaximander Ameisenbär, ein, wie der Name schon verrät, philosophiekundiger Insektenfresser, der bereits seit einigen Jahren bei Gregor Fröhlich lebt, noch lange bevor diesem ein Buch von Marc-Uwe Kling in die Hände fiel und er feststellen musste, dass das Führen von Zwiegesprächen mit ausgefallenen, imaginären Säugetieren bereits literarisch verwertet wurde. Aber wie meint Anaximander Ameisenbär: Wir alle sind ja heutzutage schon Plagiate, die große Lebensaufgabe ist herauszufinden, von wem.

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